Red Bull-Overtime

Publiziert am

17.10.26

Aktion von

Pro Fans

am

16.10.26

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Mit der «Red Bull-Overtime» erreicht die Kommerzialisierung des Schweizer Eishockeys für uns eine neue Dimension. Was bisher schlicht Teil des Spiels war, wird nun nach einem Getränkehersteller benannt und damit zu einer weiteren Vermarktungsfläche der National League.

Für uns ist dies nicht einfach eine weitere Sponsoringmassnahme, sondern Ausdruck einer Entwicklung, bei der immer mehr Bestandteile unseres Sports kommerziell verwertet werden.

Eishockey ist für uns mit Emotionen, Leidenschaft und Tradition verbunden.  

Wenn selbst das eigentliche Spielgeschehen zunehmend zur Werbefläche wird, stellt sich für uns die Frage, wo die Grenze dieser Entwicklung liegt.

Red Bull ist die Potenzierung all dessen, was wir am modernen Eishockey ablehnen. Wenn der Getränkehersteller bei einem Verein einsteigt, werden Farben, Name und Logo geändert. Damit wird die Identität des Vereins ausgelöscht und alles auf die Vermarktung der Roten Bullen ausgerichtet.  

Im Eishockey sind seit 2000 in Salzburg und seit 2012 in München zwei «Vereine» Teil des Konglomerats des Getränkeherstellers.  

Beim EC «Red Bull» Salzburg zeigt sich beispielhaft, was es bedeutet, wenn Red Bull in den Eishockeysport einsteigt. Mit den finanziellen Möglichkeiten des Konzerns wurde eine Mannschaft aufgebaut, die sich durch massive Investitionen und eine entsprechende Transferpolitik an der Spitze des österreichischen Eishockeys etablieren konnte.

Mit der RedBull Overtime wird diese Entwicklung nun auch in der Schweiz sichtbar. Die Verlängerung eines Spiels war bisher schlicht die Verlängerung eines Spiels. Nun wird auch dieser Moment zu einer kommerziellen Bezeichnung. Für uns ist dies ein weiterer Schritt in eine Richtung, in der immer mehr Teile des Eishockeys nach wirtschaftlichen Interessen benannt und vermarktet werden.

Wir wollen nicht jeden Sponsor und jede Form von Werbung grundsätzlich bekämpfen. Sponsoring gehört zum professionellen Sport und ist seit Jahren Teil des Eishockeys. Für uns gibt es jedoch einen Unterschied, wenn nicht mehr nur Trikots, Banden oder andere Flächen vermarktet werden, sondern ein Bestandteil des eigentlichen Spiels den Namen eines Sponsors trägt.  

Die RedBull Overtime steht deshalb sinnbildlich für die Frage, wie weit die Kommerzialisierung unseres Sports noch gehen soll.

Deswegen werden wir die RedBull Overtime nicht einfach kommentarlos hinnehmen.  

Die Schweizer Fanszenen setzen gemeinsam und schweizweit ein Zeichen dagegen.

Der Sport lebt von seiner Geschichte, seiner Kultur und den Menschen, die ihn tragen. Diese Identität darf nicht Stück für Stück einer immer weitergehenden Kommerzialisierung weichen.

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Quelle:

Communiqué

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