Nein zu Red Bull-Klubs und Red Bull-Ligen

Publiziert am

19.10.26

Aktion von

Pro Fans

am

16.10.26

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Seit dieser Saison heisst die Verlängerung in der National League «Red Bull-Overtime». Unsere Haltung dazu ist klar. Die Schweizer Fanszenen reagieren gemeinsam – clubübergreifend und schweizweit.

Mit der Saison 2026/27 ist ein Teil des Spiels zum Werbeträger geworden. Die Verlängerung trägt neu den Namen eines Energy-Drink-Konzerns, der sein Engagement in der National League massiv ausgebaut hat und heute zu den grössten Werbepartnern der Liga gehört. Der Vertrag läuft über drei Jahre mit Option auf Verlängerung. Was als Namenszusatz beginnt, ist für uns der Einstieg in eine Entwicklung, die wir aus anderen Ländern kennen und deren Ende wir nicht wollen.

Red Bull ist nicht einfach ein Sponsor

Wir haben nichts gegen Sponsoring. Ohne Partner funktioniert kein Profisport. Aber Red Bull ist kein Bandenwerber unter vielen. Seit 2000 trägt Salzburg den Namen des Konzerns, 2013 übernahm er den EHC München. Mit Millioneninvestitionen wurden aus Traditionsvereinen Werbeträger. Namen, Wappen und echte Fankultur blieben auf der Strecke. Von den ursprünglichen Clubs sind nur noch Erinnerungen übrig.

Dass Red Bull auch in der Schweiz mehr will als Bandenwerbung, ist kein Geheimnis. Wie Schweizer Medien diesen Sommer berichteten, wurde ein Einstieg bei einem Verein geprüft und verworfen, weil die Umbenennung eines Clubs auf massiven Widerstand gestossen wäre. Statt eines Clubs kauft sich der Konzern nun in die Liga ein. Die «Red Bull-Overtime» ist kein gewöhnlicher Werbedeal, sondern der nächste Schritt: Zum ersten Mal in der National League wird nicht eine Fläche verkauft, sondern ein Element des Spiels selbst.

Pro Fans Aktionstag

Die schwedische SHL hat ihre Verlängerung bereits ein Jahr vor der Schweiz an Red Bull verkauft. Die Antwort der Fanszenen kam sofort: koordinierte Proteste, Spruchbänder und die Ankündigung, vor jeder Verlängerung geschlossen die Tribüne zu verlassen. Nach einer Woche stoppte die SHL das «Red Bull Overtime»-Konzept bis auf Weiteres. Diesen Sommer setzten Mitglieder von fünf Clubs an ihren Generalversammlungen Resolutionen gegen den Deal durch. Es geht also – wenn die Fanszenen gemeinsam handeln.

Wir werden nicht weniger deutlich sein. Am letzten Wochenende kam es zu diversen Aktionen in den Schweizer Hockeystadien.

EHCK - HCAP, 16.10.2026
HCA - EVZ, 17.10.2026
HCD - ZSC, 17.10.2026
HCD - ZSC, 17.10.2026
SCRJ - EHCB, 17.10.2026
SCRJ - EHCB, 17.10.2026
SCL - SCB, 17.10.2026
SCL - SCB, 17.10.2026
HCFG - HCL, 17.10.2026
HCFG - HCL, 17.10.2026

Danke, Klaus

Watson-Kolumnist Klaus Zaugg hält uns vor, wir hätten mit unserem Protest Gratis-Werbung für Red Bull gemacht: Vorher habe kaum jemand gewusst, wie die Overtime heisst. Seine Antwort darauf: ein Artikel über die Red Bull-Overtime, ausgespielt an ein nationales Publikum. Wir sagen danke, unsere Reichweite war noch nie so gross. Und zur Sache: Ziel war nie, dass niemand vom Namen erfährt. Ziel ist, dass die Liga weiss, was er sie kostet.

Unser Sport lebt von seiner Geschichte, seinen Traditionen und den Leuten im Stadion. Diese Werte sind nicht verkäuflich für wirtschaftlichen Interessen und nicht vereinbar mit einer gesunden Fankultur.

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Quelle:

Protest

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